Awtowelo
Bei dieser Marke handelte es sich um ein deutsch-russisches Unternehmen, das nach Abbau der meisten Produktionsanlagen und deren Transport in die Sowjetunion, aus den Resten ostdeutscher Automobilfabriken zusammengestellt worden war. Dazu gehörten neben den BMW-Werken in Eisenach und Simson in Suhl auch das Elite-Diamant-Werk Siegmar Schönau und das Entwicklungswerk für Automobilbau Chemnitz mit den Beschäftigten der ehemaligen Zentralkonstruktion und -versuchsanstalt der Auto Union. Der Name ist die Kurzform des russischen Begriffs Awto-Welosiped (selbstfahrendes Veloziped).
Da direkt nach dem Krieg den Deutschen die Produktion von Automobilen verboten war, wurde zunächst in Suhl ein Motorrad entwickelt, das als AWO 425 produziert wurde und große Ähnlichkeit mit der 250'er BMW aufwies. Später kam die AWO 700 hinzu. Wobei AWO erneut eine Verkürzung des schon verkürzten Namens Awtowelo war. Noch viele Jahre nach Auflösung von Awtoelo, bis 1961, wurden die Suhler Motorräder unter dem Namen AWO verkauft, ehe sie in Simson umbenannt wurden.
Als die Bänder in Eisenach wieder anliefen, produzierte man die Autos zunächst unverdrossen als BMW, was zu Rechtsstreitigkeiten führte und schließlich zur Umbenennung in EMW.
Zwischen 1949 und 1951 wurden aber auch eigene Autos entwickelt. In der ehemaligen Autounion Zentralversuchsanstalt entstanden Rennwagen für die Sowjetunion mit der Typenbezeichnung Awtowelo 650 mit V12-Zylinder Viertakt-Vergasermotoren und 152 PS. Die russische Bezeichnung für die Wagen war Sokol 650. Es wurden jedoch nur zwei Exemlare gebaut und in die Sowjetunion verbracht. Ein Exemplar befindet sich heute im Industriemuseum Chemnitz, das zweite kann man sich im PS-Speicher in Einbeck anschauen.
Auch ein Straßen-PKW wurde entwickelt und sollte als Awtowelo 351 vermarktet werden. Er wurde 1951 entwickelt, ging aber nie in Produktion, da 1952 Awtowelo aufgelöst wurde und das ehemalige BMW-Werk in Eisenach in den VEB Automobilwerk Eisenach überführt wurde.
