Daimler
Gottlieb Daimler gründte 1890 zusammen mit den finanzkräftigen Partnern Max Duttenhofer und Wilhelm Lorenz die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) in Cannstatt. Ab 1893 wurden hier Schienentriebwagen gefertigt. 1896 wurde der erste Lastkraftwagen der Welt, der von einem Verbrennungsmotor angetrieben wurde, bei der DMG gebaut und nach Großbritannien geliefert.
Als März 1900 Gottlieb Daimler verstarb, expandierte man und ein neues Gelände für eine neue Motorenfabrik in Untertürkheim wurde gekauft. 1902 übernahm die Daimler-Motoren-Gesellschaft die Motorfahrzeug- und Motorenfabrik Berlin AG (MMB) in Marienfelde bei Berlin als Zweigniederlassung, nachdem bereits 1899 von Vorstandsmitgliedern der DMG die in Marienfelde ansässige Motorenfabrik Adolf Altmann & Co. zum Bau von Motorwagen nach System Daimler genutzt wurde.
1902 ließ die DMG den Namen „Mercedes“ patentamtlich schützen.
In Folge eines Großbrandes in Cannstatt verlagerte man die Produktion 1904 ins neue Werk Untertürkheim. Im folgenden Jahr fand der vollständige Umzug von Cannstatt nach Untertürkheim statt.
1907 wurde der Dernburg-Wagen vorgestellt. Es war das „erste Personenfahrzeug mit Allradantrieb für den Alltagsbetrieb“, nachdem das niederländische Unternehmen Spyker 1903 mit dem Spyker 60 H.P. das erste allradgetriebene Rennautomobil vorgestellt hatte.
1909 wurde der Dreizackstern, das Symbol des Unternehmens. 1911 ging das Unternehmen, dass noch immer mit Schienenfahrzeugen und Flugmotoren sein Hauptgeschaft machte, an die Börse. So wurde 1912 ein 115-PS-4-Zylinder-Flugzeugmotor mit 50 PS Leistung und ein 75-PS-Flugmotor entwickelt. Auch eine Serie von 30–240-PS-Ballonmotoren sowie ein 8-Zylinder-Motor zur Verendung in den Schütte-Lanz-Luftschiffen, die in Mannheim gefertigt wurden, entstanden bei DMG.
Der Bedarf des Militärs an Fahrzeugen, Flugzeugmotoren und Flugzeugen war so groß, dass DMG ihm 1914 mit dem Bau eines weiteren Werkes in Sindelfingen zu entsprechen hoffte. Schon 1915 nahm diese neue Niederlassung ihren Betrieb auf. 1922 wurde der Unternehmenssitz der DMG von Untertürkheim nach Berlin verlegt.
1926 erfolgte aufgrund der gefährlichen Börsenspekulationen von Jakob Schapiro, die auch das eigentlich wirtschaftlich gut dastehende Unternehmen DMG in Probleme brachte, die Fusion mit Benz & Cie. zur Daimler-Benz AG.
Der unten gezeigte Doppelphaeton ist heute in der Cité de l’Automobile in Mülhausen zu sehen.
