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Jurisch

Carl Jurisch gründete in den 1950'er-Jahren das Unternehmen Carl Jurisch Fahrwerkbau. In Altdorf-Wappeltshofen bei Nürnberg war der Firmensitz. Die Produktpalette der Firma reichte von Hinterradfederungen über Federbeine und Vordergabeln bis hinzu geschlossene Kettenkästen für Motorräder.

Im Kundenauftrag fertigte Carl Jurisch auch komplette Kleinstwagen, die er unter dem Markennamen Jurisch vermarktete. Wann die Fahrzeuge genau entstanden, ist unklar irgendwann zwischen 1954 und 1959 muss es gewesen sein. Insgesamt entstanden aber nur drei Fahrzeuge. 

Das einzige Modell von Jurisch war ein dreirädriger, einsitziger Kabinenroller bei dem sich das einzelne Rad hinten befand. Aus den Schalen  eines Seitenwagens von Steib wurde die Karosserie gefertigt. Da ein Seitenwagen aber keine Türen hat, konstruierte Jurisch ein Dachteil, das komplett zurückgeklappt werden konnte, um den Einstieg zu ermöglichen. Ein Einzylinder-Viertaktmotor mit 170ccm Hubraum und einer Leistung von 9 PS von Heinkel sorgte für Vortrieb.  Das Fahrzeug verfügte über ein Vierganggetriebe und einen elektrischem Anlasser. Gelenkt wurde das Fahrzeug übrigens mittels eines Lenkers, der sich unter der Sitzfläche des Fahrersitzes befand. Seine beiden nach oben gebogenen Bügel befanden sich etwa in Höhe der Knie des Fahrers und wurden nach vorne, bzw. nach hinten bewegt. Der Jurisch war 228,6 cm lang und 122 cm breit. 

Es gibt auch noch einen Survivor, der sich aber inzwischen in den USA befindet. Lange Zeit war es im Bruce Weiner Microcar Museum in Madison/Georgia ausgestellt. 2013 soll es aber für über 100000.- $ an einen Privatmann versteigert worden sein.