NSU

Das Unternehmen wurde 1873 gegründet und produzierte ursprünglich Strickmaschinen. 1880 verlegte das Unternehmen seinen Sitz nach Neckarsulm. Das Unternehmen nannte sich 1897 „Neckarsulmer Fahrradwerke AG“. Ab 1901 wurden auch Motorräder produziert. 1906 begann die Entwicklung von Automobilen mit dem Namen „Neckarsulmer Motorwagen“. Ab 1913 firmierte das Unternehmen als „Neckarsulmer Fahrzeugwerke AG“ und „NSU“ (ohne Punkte) wurde offizielles Markenzeichen. NSU war vor dem Ersten Weltkrieg die exportstärkste deutsche Motorradfabrik und exportierte vor allem nach Russland, in viele europäische Länder, nach Skandinavien, in die Türkei und nach Brasilien. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 wurden für das Heer unter anderem ein 3,5-PS-Kriegsmotorrad und Lastkraftwagen mit 1,25 und 2,5 Tonnen Nutzlast hergestellt.

Nach dem 2. Weltkrieg fertigte NSU Fiat-Lizenzbauten und entwickelte die Prinz Reihe. Speziell für den Rennsport entwickelte NSU den NSU Prinz 1000 TT und TTS. Diese Fahrzeuge waren als Sportlimousinen konzipiert, die mit geringem Leistungsgewicht das spätere Konzept des VW Golf GTI vorwegnahmen.  Von 1959 bis 1967 produzierte man in Neckarsulm den von Bertone gezeichneten NSU Sport Prinz. und eine Abwandlung davon, der von 1964 bis 1967 gebaute NSU Wankelspider, war das weltweit erste Serienfahrzeug mit Wankelmotor. Die Krone der Automobilentwicklung in Neckarsulm stellte der NSU Ro 80 dar, der seiner Zeit weit voraus war. Der Ro 80 erschien 1967 mit einer strömungsgünstigen Karosserie, die beinahe zeitlos modern wirkt. Claus Luthe hatte die keilförmige Karosserielinie entworfen, die stilprägend für das Autodesign der 80'er Jahre wurde und besonders die darauffolgend entwickelten Audis beeinflusste. 

Trotzdem war der Ro 80 auch der "Sargnagel" der NSU-Werke. Das Fahrzeug mit dem 115 PS starken Wankelmotor hatte in den ersten Modellen häufige Motorprobleme. So brannten die Dichtleistenprofile des Kreiskolbenmotors gerne durch, was zu Motorschäden führte. NSU tauschte die Motoren zwar kulant aus, verlor dabei aber viel Geld und vor allem das Vertrauen der Käufer in die Wankeltechnik. So war 1977 nach nur 37.406 Exemplaren Schluss mit der Produktion.

Am 21. August 1969 fusionierten die damalige NSU AG und die zum Volkswagen-Konzern gehörende Auto Union GmbH mit Sitz in Ingolstadt zur Audi NSU Auto Union AG mit Sitz in Neckarsulm. Der zur damaligen Zeit gerade entwickelte K 70 wurde von Volkswagen übernommen und als VW K 70 gebaut.