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Fahrt ins Ritterwochenende


Freitag, den 12.08.2022

Zu einer eher ungewöhnlichen Oldtimertour trafen wir uns am Freitag, den 12. August in Lachendorf am Lachtestadion zur gemeinsamen Abfahrt. Von hier aus ging es über Jarnsen, wo wir rechts nach Bunkenburg abbogen. Wir folgten der abknickenden Vorfahrt nach links in Richtung Eldingen, Hohne und fuhren weiter bis zu den "sprechenden Steinen," unserer ersten Station. An diesem "magischen Ort" vernahmen wir die Sage von einem Mord, der hier in grauer Vorzeit geschehen sein soll. 

Dann fuhren wir weiter auf herrlichen Nebenstraßen Richtung Wohlenrode und dort bis zur Hauptstraße und rechts ab nach Eldingen und im Ortsteil Ziegelei rechts Richtung Metzinen, Steinhorst. Kaum erreichten wir Steinhost, so ging es rechts ab in Richtung Groß Oesingen und gleich wieder links in die Dammstraße. Hier hielten wir an, um die letzte aktive Flußfurt in unsrer Gegend zu besichtigen. Tatsächlich gibt es hier noch eine kleine Straße, die ganz ohne Brücke durch die Lachte führt. Heute wird sie aber kaum noch genutzt und nur gelegentlich, meist von Treckern, durchfahren. Um so bemerkenswerter ist der Fortbestand der Furt, da die Lachte komplett als schutzwürdiges Gewässer sogar für Kanufahrer ganzjährig gesperrt ist. Von einer Durchfahrt nahmen wir Abstand, der einzige Wagen, der wohl ohne Wassereinbruch die Furt hätte durchfahren können war der Citroen ID 19, der die Bodenfreiheit hydraulisch verstellen kann und in seiner höchsten Einstellung wohl trocken geblieben wäre.

Von hier aus ging es weiter in Richtung Hankensbüttel, Wittingen. Dabei passierten wir am Ortsausgang von Steinhorst den Sportplatz, wo jedes Jahr am 3. Sonntag im September ein kleines Oldtimertreffen stattfindet. An der Ampelkreuzung überquerten wir dann die B4 und folgten dem Straßenverlauf bis Wittingen. Hier fuhren wir an der Ampelkreuzung rechts und folgten dem Staßenverlauf zur Brauerei, hinter der es rechts ab nach Diesdorf ging. In Diesdorf folgten wir der Beschilderung zum Museumsdorf, wo wir um 12°° Uhr eine Führung genossen. Ein ehemaliger Lehrer aus der Gegend führte uns durch die Anlage und informierte uns kurzweilig über die Gebäude und so machen Schwank aus seiner Heimat.

Zur Weiterfahrt ging es zunächst zurück nach Diesdorf und an der Kreuzung am Eiscafé geradeaus über Schadeberg, Dülseberg und Rustenbeck nach Bonese. Hier bogen wir lnks nach Schafwedel ab. Auf dieser Strecke überquerten wir erneut den ehemaligen Grenzverlauf der Zonengrenze, bzw. des antiimperialistischen Schutzwalles, der Deutschland so lange geteilt hatte. Der Straße folgten wir bis Bodenteich, wo wir unser Quartier für die nächsten beiden Nächte im Hotel "Zum Alten Ritter" fanden.

Begrüßt wurden wir  vom Wirt in einer entsprechenden Kleidung zu einem abendlichen Rittermahl. Die Regeln und Tischsitten wurden verlesen, bevor man einen Bissen zu sich nehmen konnte. Leider durften die Knochen nicht hinter sich geworfen werden und auch die besten Fleischstücke von Nachbars Teller zu stibitzen war nicht erlaubt. Dafür gab es einige Musikbeiträge zum Essen, bei dem der Wirt sich nun als Bänkelsänger hervortat. Im Biergarten des Hotels lief der Abend dann gemütlich aus.


Samstag, den 13.08.2022

Frisch gestärkt durch Schlaf und ausgiebiges Frühstück ging es dann zu einer Führung durch Bodenteichs Sehenswürdigkeiten, Seepark, Kirche und Burg. Dabei wurde auf der Bodenteicher Burg der Turm bestiegen, von dem aus man einen schönen Überblick auf einen ehemaligen, jetzt trocken gelegten See hat. Am Fuße des Turms gab es einen Begrüßungstrunk, zünftig bekamen wir Met aus Tonbechern kredenzt, und auch an die Personen, die keinen Alkohol konsumieren wollten, war gedacht; sie bekamen Apfelsaft. 

Um die Mittagszeit begannen die Ritterspiele. Der Hinweg zu dieser Veranstaltung führte über einen langen Barfußpfad mit Wasserwaten nach Kneipp. Am Zielort, einer eigens nachgebauten Holzpalisadenbefestigungsanlage, gab es zum Mittagessen deftige Gulaschsuppe, ehe wir so gestärkt zum Bogenschießen übergingen, das Bohren mit einer Dreule und ein Steinrollen, bei dem es darum ging, durch einen Schwung einen kleinen Mühlstein über eine vorgegebende Entfernung zu rollen, um ihn möglicht genau in der neunten Kerbe zu plazieren. Wenn der Mühlstein über diese Kerbe hinaus rollte gab es null Punkte.

Diese kurzweilgen Beschäftigungen zogen sich, obwohl wir in zwei Gruppen die einzelnen Aufgaben angingen bis zum Abend hin. Dabei zeigten einzelne Fahrtenteilnehmer/innen überraschende Talente, die man ihnen, aber auch sie selbst, sich kaum zugetraut hätten.

Abends gab es dann ein weiteres zünftiges Rittermahl, das sehr fleischlastig und umfangreich war, und die meisten Teilnehmer/innen überforderte. 

Nach einer Erholungspause begann ein Musikabend, der von einer Zweimannband bestritten wurde. Die beiden Musiker, ein Mann und eine Frau, spielten Musik nach den Wünschen der Gäste und auf der Tanzfläche war genug Platz für dieTänzer unter uns. Es war ein rundrum gelungener Abend, bei dem so manche Kehle heiser wurde vom Mitsingen der bekannten Hits.


Sonntag, den 14.08.2022

Am nächsten Morgen gingen die Ritterspiele weiter. Nach dem Frühstück wurde sowohl mit der Axt, als auch mit den Wurfmessern auf Ziele geworfen und mit der Armbrust geschossen. Auch hier wurden wieder neue ungeahnte Talente entdeckt. Anschließend fuhren wir mit einem Kremser (Planwagen mit 2 PS) zunächst durch weitere Bezirke von Bad Bodenteich und dann in die Heide, wo wir eine kleine Rast einlegten. Pünktlich zum Mittagessen waren wir wieder zurück und ein deftiger Eintopf stillte unseren Hunger.

Nach dem Mittagessen sollte die Fahrt eigentlich auf Nebenstraßen nach Eschede führen, wo die Besichtigung des Mahnmahls zum Gedenken an den ICE-Unfall besichtigt werden sollte. Da die Teilnehmer dieses aber bereits gut kannten, andererseits unser befreundeter Oldtimerclub in Peine Stederdorf an diesem Tage sein Oldtimertreffen abhielt, beschlossen wir uns hier zu trennen. Während einige Fahrzeuge die Rückreise antraten, fuhr die Hälfte der Fahrzeuge nach Peine Stederdorf, um auch dort Präsenz zu zeigen.

Alles in allem ein wunderschönes Wochenende, bei dem natürlich auch das gute Wetter seinen Anteil dazu getan hatte.



An den sprechenden Steinen
Die Furt in Steinhorst
Unterricht bei Lehrer Klaas in Diesdorf
Begrüßung mit Met aus Hörnern
Rast in der Heide
Unsere Fahrzeuge am Hotel