Hanko

Die Entstehung dieser skurrilen Automarke ist besonders interessant. Der Stahlgroßhändler Carl Spaeter aus Koblenz nahm 1919 zusätzlich Kraftfahrzeuge ins Verkaufsprogramm. Da er sowohl in Hannover, als auch in Koblenz über eine Niederlassung verfügte, nannte er seine Firma ab 1924 Hanko.

1925 fiel das Einfuhrverbot für ausländische Kraftfahrzeuge in Deutschland und Spaeter sicherte sich das alleinige Vertriebsrecht für große amerikanische Fahrzeugmarken, wie Chrysler, Packard, Paige und Plymouth. Die Nazis belegten die PKW-Einfuhren aber mit hohen Zöllen. Um diesen zu entgehen implantierte man in Koblenz einen Chevrolet-Motor in ein Plymouth-Chassis und kreierte so eine neue "deutsche" Automarke. Der Hanko Rheingold war entstanden.   

Es sollen bis  zum Kriegsbeginn 1939 rund 2000 Exemplare der Marke entstanden sein. Während des Krieges wurden die Büro- und Fertigungsanlagen von Hanko komplett zerstört, sodass es heute keinerlei Unterlagen gibt.

2017 wurde ein überlebender Hanko Rheingold auf der 1. Retro Classics Cologne am Pressestand der GTÜ vorgestellt. Heute steht das Fahrzeug in der Privatsammlung Kolle in Braunschweig Hondelage und kann dort auch besichtigt werden.