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DKW

Bereits 1904 gründete der Däne Jørgen Skafte Rasmussen zusammen mit seinem Kompagnon Carl Ernst seine erste Firma in Chemnitz. Die Firma Rassmussen & Ernst beschäftigte sich vor allem mit dem Vertrieb von Maschinen und Apparaten unterschiedlicher Art, hatte aber lange nichts mit der Produktion von Kraftfahrzeugen zu tun. Dies änderte sich auch nicht, als 1912 die Zschopauer Maschinenfabrik J. S. Rasmussen gebildet wurde, was die Trennung zwischen den beiden Gründern auch juristisch vollendete. Ab 1916 beschäftigte sich Rassmussen mit der Entwicklung von Dampfkraftwagen, die damals vom deutschen Militär gewünscht wurden und daher staatlicherseits gefördert wurden. 

Aus dieser Zeit rührt das Kürzel DKW her; es steht eigentlich für Dampfkraftwagen.  Rassmussen interpretierte das Kürzel aber immer wieder neu. So warb er mit: Des Knaben Wunsch und Alternative zur Dampfmaschine, als er die Rechte an einem kleinen Spielzeug Zweitaktmotor von Hugo Ruppe erwarb und diesen zu produzieren begann. Später verkaufte er den weiterentwickelten Spielzeugmotor als Fahrradhilfsmotor und bewarb ihn mit dem Slogan: Das kleine Wunder. Platziert war der Motor auf dem Gepäckträger, was ihm schnell den Spitznamen "Arschwärmer" einbrachte. 

Sein erstes Automobil konstruierte Rassmussen dann auch 1920 mit diesem weiterentwickelten Motor, den er mit dem Chassis eines Slaby-Behringer Elektrowagens verband. Es war ein Modell, das den Motor auf dem Trittbett hatte und eine Tandemsitzanordnung. Das Modell kam aber über den Prototypenstatus nicht hinaus. Ab 1922 wurden im Zschopau Motorräder gefertigt und 1924, nachdem Rassmussen die in Konkurs gegangene Firma Slaby & Behringer ünbernommen hatte, begann die Entwicklung von elektrobetriebenen Droschken und Lieferwagen, die unter dem Namen DEW vertrieben wurden. Zu Beginn der 30'er Jahre brachte DKW eine Innovation in den Automobilbau ein, indem es den DKW F1, einen Kleinwagen, aber auch die Folgemodelle als "Frontwagen" mit Frontantrieb ausstattete Das sorgte für ein geringeres Gewicht und eine wesentlich bessere Gewichtsverteilung im Fahrzeug und ist deshalb heute eher Standard im Automobilbau.  Neben den Fronttrieblern, die im Werk Zwickau gebaut wurden, entstanden aber bis 1940 weitere Hecktriebler in Berlin Spandau.

1932 schlossen sich im Zuge der Weltwirtschaftskrise die von der Insolvenz bedrohten Werke DKW und die Tochterfirma Audi unter der  Horch Werke AG zur Autounion zusammen. Zur vierten Konzernmarke wurde Wanderer, deren neues Werk in Siegmar zunächst auf 10 Jahre angemietet wurde.  

In dieser Konstellation, als Autounion, wurde die Firma vor dem Zweiten Weltkrieg zur zweitgrößten Automarke Deutschlands, wobei die kleinen Fronttriebler mit ihren Zweitaktmotoren aus Zwickau vom DKW F1 bis zum DKW F7 , die in großen Stückzahlen abgesetzt werden konnten, einen nicht unerheblichen Anteil hatten. Im Zwickauer Horch-Werk wurden zwischen 1934 und 1939 die Autounion-Rennwagen entwickelt und sorgten zudem für den guten Ruf der Marke.

Nach dem zweiten Weltkrieg befanden sich die meisten Produktionsstätten im Osten und wurden im Laufe der Jahre der IFA zugeordnet. In Ingolstadt, wo sich zunächst nur ein großes Ersatzteillager der Autounion befand wurde 1948 die Autounion neu gegründet und die Produktion zunächst mit dem DKW Schnellaster wieder aufgenommen. Ab 1951 konnte in den angepachteten ehemaligen Hallen der Rheinmetall-Borsig in Düsseldorf Derendorf der DKW F89 als Meisterklasse vom Band laufen. Er ging technisch auf die Vorkriegskonstruktion DKW F9 zurück und verwendete den quereingebauten Motor des DKW F8. Erst 1953 stand ein längseingebauter 34  PS Dreizylinder-Motor für den DKW F91 zur Verfügung. Es folgten die Modelle DKW F93 mit 38 PS und 1957 der DKW F94

Als 1958 die Daimler-Benz AG die Aktienmehrheit bei der Autounion übernahm, wurde die Namensgebung geändert und die DKW F-Modelle zum DKW 1000. Retuschen wie Panoramascheiben und neue Bandtachos modernisierten die Vorkriegsskonstruktion, die noch bis 1963 gebaut wurde.

DKW F89 Cabriolet von 1951
DKW F93 von 1956
DKW Junior Cabriolet
DKW 100 mit Panoramascheibe
                      DKW Autounion