Lloyd

Im Februar 1949 gründete Carl F.W.Borgward die Lloyd Maschinenfabrik G.m.b.H., die zunächst auf dem Gelände der Goliath-Werk G.m.b.H. in Bremen-Hastedt den Betrieb aufnahm.

Lloyd entwickelte seinen Kleinwagen ständig weiter und schaffte als einer der wenigen Autohersteller erfolgreich den Umstieg von 2-Takt- auf 4-Taktmotoren. Während die 300'er und die 400'er noch 2-Takter waren, wurde der LP 600 bereits mit einem 4-Taktmotor ausgestattet. Lloyd hatte für das Nachfolgemodell bereits moderne von Frua entworfene Prototypen fertiggestellt und hätte, wenn die Borgwardpleite nicht gekommen wäre, sicherlich auch weiterhin eine beachtliche Rolle im Kleinwagensegment gespielt.  

Unter der traditionsreichen Bezeichnung Lloyd brachte die Lloyd Maschinenfabrik im Mai 1950 den Kleinwagen LP 300 auf den Markt, dessen Karosserie wegen der damals herrschenden Materialknappheit aus Sperrholz bestand, das mit Kunstleder überzogen wurde. Sein Spitzname: „Leukoplast-Bomber“. Der Wagen wurde von einem 300 cm³ großen und 10 PS starken Zweitakter angetrieben. 1953 wurde der Lloyd 400 mit einem auf 400 cm³ (13 PS) vergrößerten Motor vorgestellt. 1955 kam der Lloyd LP 600 mit 600-cm³-Viertaktmotor heraus; es war das erfolgreichste Jahr in der Unternehmensgeschichte: Über 58.000 Fahrzeuge wurden gebaut – Lloyd lag nach VW und Opel auf Platz drei der deutschen Zulassungsstatistik und stellte mit fast 70 Prozent den höchsten Anteil aller Pkw der Borgward-Gruppe. Mit der Lloyd Arabella (vergleiche Borgward Arabella) war der Weg in die untere Mittelklasse bereits beschritten.

Auch in dem Bereich der Transporterfertigung mischte Lloyd mit. Der LP 600 wurde in unterschiedlichen Varianten (kurz oder lang) sowohl als Bus, als auch als fensterloser Lieferwagen angeboten.

Lloyd LP 300 Kombi
Lloyd Arabella
Lloyd LP 300 "Leukoplast-Bomber"
Lloyd LP 600 Kombi