Wartburg

Offiziell war es AWE, das Automobilwerk Eisenach, das nach dem Zweiten Weltkrieg die Fabrikationshallen des 1896 als Fahrzeugfabrik Eisenach gegründeten Werks übernahm und nach dem Zweiten Weltkrieg verstaatlicht wurde. Da das Werk 1928 bis 1945 von BMW übernommen worden war, fertigte man nach dem Krieg zunächst die Vorkriegskonstruktionen von BMW, die 321, 327, 328 und 340. Anfangs lieferte man sogar mit dem BMW logo auf der Haube aus, nach rechtlichen Auseinandersetzungen dann als EMW.

1953 wurde die Produktion des Zwickauer IFA F9 (einer DKW Konstruktion) nach Eisenach verlagert. 1955 kam dann der erste Wartburg Typ 311 auf den Markt. Ein Wagen der unteren Mittelklassen, der auf dem gleichen Motor und weitestgehend der gleichen Technik des F9 basierte. Robustheit, Variantenvielfalt und Formschönheit sicherten ihm dennoch umfangreiche Exporterfolge.

Das Nachfolgemodell, Wartburg 353, sah äußerlich zwar moderner aus, entscheidende Verbesserungen, wie etwa der Einbau eines Viertaktmotors, wurden aber staatlicherseits immer wieder untersagt (erst kurz vor der Wende wurden Polomotoren von VW verbaut und der Wagen dann als Wartburg 1,3 vermarktet). Daher hatte der Wagen nach der Wiedervereinigung auch keine Chance auf dem gesamtdeutschen Markt und die Marke verschwand.

Definitiv die schnellste Art Wartburg zu fahren ist es, wenn man einen Melkus RS 1000 pilotiert. Diese Fahrzeuge wurden in einer kleinen Serie in Dresden von dem ehemaligen Rennfahrer, Heinz Melkus, gefertigt. die Serienfahrzeuge waren in der Regel mit dem Wartburgmotor AWE 353 ausgestattet, der allerdings seine Arbeit im Heck des Wagens verrichtete und die Hinterachse antrieb. Auf besonderen Kundenwunsch sollen einige Fahrzeuge auch mit Viertaktern vom WAS-2103 und Moskwitsch 412 ausgestattet worden sein und in einem Fall wurde gar ein BMW M10 Motor in der 2-Liter-Ausführung eingebaut.

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Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Wartburg 1.3 endlich mit Polo Viertaktmotor von VW